Geodäsie und Geoinformation
Allgemeines
Definition Geoinformationssysteme (GIS)
Ein Geoinformationssystem ist ein rechnergestütztes System, das aus Hardware, Software, Daten und den Anwendungen besteht. Mit ihm können raumbezogene Daten digital erfasst und redigiert, gespeichert und reorganisiert, modelliert und analysiert sowie alphanumerisch und grafisch präsentiert werden." [BILL 1999]
Was gehört dazu?
Bereiche
Astronomische und Physikalische Geodäsie
Geodätische Raumverfahren
Geodäsie - Ingenieurvermessung
Bodenordnung und Landentwicklung
Geoinformationssysteme
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Methodik der Fernerkundung
Kartographie
Vertiefung am Beispiel von GIS und Bodenordnung
Projektmanagement
Ausgewählte GIS-Projekte
GIS-Einsatz in der ländlichen Entwicklung
Objektorientierte Programmierung (C++ / Java)
Bodenpolitik und Bodenordnung
Landentwicklung und Landnutzung
Ländliche Entwicklung - Projektseminar
Wasserwirtschaft im ländlichen Raum
Erschließungsanlagen im ländlichen Raum
Landnutzungsplanung
Wertermittlung und städtische Bodenordnung
Immobilienmanagement
Diplomarbeit
Geo Web Services für das eGovernment: Internetbasierte Bürgerberatung am Beispiel der Gemeinde Schleching
Kurz zusammen gefaßt:
Nutzung der GIS-Technologie ohne gemeindeeigene GIS-Software
Die GIS-Technologie wird in immer mehr Gemeinden zur Unterstützung der Bürgerberatung eingesetzt. Die (Online-) Bürgerberatung zählt dabei zu den eGovernment - Funktionen, die in modernen Gemeinden immer beliebter werden. Da der Betrieb eines eigenen GIS für kleine Kommunen zu kostspielig ist, bietet sich als Alternative die Nutzung von Web Services auf der Basis von Spezifikationen des Open GIS Consortiums (OGC) für den interoperablen Online-Zugriff auf verteilte, heterogene Geodatenbanken bayerischer Ministerien an. In dieser Arbeit wurde auf Grundlage dieser Technologie ein Prototyp aus dem HTO Projekt "GeoPortal" für die Gemeinde Schleching entwickelt.
GIS und eGovernment
Der Österreichische Städtetag definiert eGovernment durch den Bürger:
"eGovernment ist eine Organisationsform des Staates, welche die Interaktion und Wechselbeziehung zwischen dem Staat und den Bürgern, privaten Unternehmen, Kunden und öffentlichen Institutionen durch den Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien [...] integriert." [Österreichischer Städtetag 2001, S.4]
GIS zählt zu den modernen Informationstechnologien und da nach gängiger Meinung 80% aller Informationen in einer Gemeinde mittelbaren oder unmittelbaren Raumbezug haben, ist der Einsatz von GIS notwendig. GIS Technologien sind also eine Voraussetzung für das eGovernment.
Geo Web Services
Das Open GIS Consortium (OGC) definiert (Geo) Web Services wie folgt:
- Web Services sind verteilte Geodienste, die über das Internet unter Verwendung von Technologien wie XML und HTTP miteinander kommunizieren.
- Web Services ermöglichen eine herstellerunabhängige, interoperable, web-basierte Suche nach, Zugriff auf, Integration, Analyse und Visualisierung von Geodaten.
- Web Services haben eine abgeschlossene, gekapselte, über Schnittstellen zugängliche Funktionalität und können daher als "black box" angesehen werden.
- Web Services können verkettet werden, wodurch Anwendungen dynamisch entstehen.
Nachfolgendes Schema zeigt die Funktionsweise der verschiedenen OGC Web Services und deren Zusammenhang:
Das GeoPortal
Ein GeoPortal stellt einen Einstiegsknoten im Internet dar, der es autorisierten Benutzern erlaubt, folgende Aktionen auszuführen:
- Registrierung von Geodaten und Geodiensten
- Erstellung und Registrierung von Anwendungen aus einer Kombination dieser Geodaten- und Geodienste
- Nutzung von registrierten Geodaten, Geodiensten und Anwendungen mit Hilfe des Portals über das Internet

Das GeoPortal ist also ein Vermittler von verteilten Geodaten und -diensten im Internet. Da die vermittelten Daten beim Datenanbieter verbleiben, werden im GeoPortal keine Daten gespeichert.
Der Nutzen dieser Technik liegt in der einfachen Kombination von amtlichen Geobasisdaten und behördlichen Fachdaten mit lokalen Daten der Gemeinde. Der Server mit den lokalen Daten kann bei der Gemeinde selbst oder bei einem externen Betreiber, wie etwa einem Ingenieurbüro oder dem Landratsamt stehen.
In der Online- Bürgerberatung für die Gemeinde Schleching wurden neben DFK, anonymisiertem ALB und topographischer Karte auch die Bebauungspläne der Gemeinde Schleching aufbereitet, so dass sie OGC-konform über das Internet angesprochen werden können. Die lokalen Daten der Gemeinde (anonymisiertes ALB & Bebauungspläne) werden auf einem Server der TU München verwaltet.
Vorteile des GeoPortal Clients
- Der Betrieb eines gemeindeeigenen GIS ist nicht notwendig um eGovernment Funktionen anbieten zu können (keine hohen Investitionskosten, fehlendes Fach-Knowhow der Gemeinde Schleching wird berücksichtigt).
- Sämtliche benötigte Informationen werden mit Hilfe des Clients dargestellt.
- Die OGC-konformen Schnittstellen ermöglichen es, heterogene Daten ohne aufwändige Integration zu nutzen (Zugriff auf räumlich verteilte Geodatenbanken). Die Daten verbleiben beim Datenanbieter und sind somit immer aktuell (nur noch Datenoriginale).
- Speziell für verwaltungsinterne Anfragen können mit der Historie-Funktion auch beliebige frühere Stände des Bebauungsplans aufgerufen werden, um baurechtliche Fragestellungen zu klären.
- Die Textteile des Bebauungsplans können gerade bei telefonischen Anfragen auch problemlos per Email versendet werden.
- Zu den Bebauungsplänen wurden bestimmte Informationen aus dem Textteil digital erfasst, die als Sachdaten angezeigt werden.
- In dieser Arbeit wurden zunächst nur einige Kerndaten der Festsetzungen aufgenommen, wobei prinzipiell die Auswahl je nach Bedarf erweitert werden kann.
- Neue Datenquellen können durch die OGC-Standards leicht integriert werden.
- Der Client ist leicht zu bedienen. Schulungen und lange Einarbeitungszeiten für die Gemeindemitarbeiter entfallen.
Der Weg zur Onlinebürgerberatung
Mit den Worten "Miteinander statt nebeneinander" rät der Leitfaden für Kommunale GIS-Einsteiger den Gemeinden, Verwaltungen und Datenanbieter das Potential des Geoinformationsmarktes in Deutschland auszuschöpfen.
Das GeoPortal als Machbarkeitsstudie für Schleching in dieser Arbeit unterstreicht diese Forderung und soll Gemeinden, Datenanbieter und Dienstleister ermutigen, den Weg in die Onlinebürgerberatung (eGovernment) einzuschlagen.
Mit zunehmender Nutzung von Standards in dem GIS-Bereich wird die so erreichte Vermittlung bald zu einem "Normalfall" werden lassen.
Der im Folgenden gegebene Ausblick ist somit kein Blick in eine weite Zukunft, sondern hat in Teilgebieten schon begonnen.
Neben dem technischem machbaren und der Begeisterung für neue Lösungen, sollte der Charme einfacher Lösungen nicht vergessen werden. Die Erreichbarkeit von "GIS-Laien" und deren Akzeptanz wird die Zukunft in großen Teilen der GIS-Entwicklung bestimmen.
Vorstellung des Clients:
Demo als flash 
Demo als Java 
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